Donnerstag, 6. November 2014

KNDA, BM & NPO

Sorry, dass ich mich nicht früher gemeldet habe. Ich weiß, ich habe einige Leute ein wenig auf die Folter gespannt. Also hier ein kurzer Bericht über meine ersten Tage im Krankenhaus.
Am Montagmorgen musste ich noch zu meinem Mask Fitting Appointment. Hier wurde ausgelotet, welche Schutzmaske ich im Falle von Ebola tragen muss. Nein, Quatsch mit Soße! Es ging nur um TB, Influenza, N95 Masken, für den, der etwas damit anfangen kann, und so etwas. ;-)
Danach bin ich mit dem Shuttlebus der Brown Uni ganz gemütlich in die Klinik gefahren. Hier sollte ich den zuständigen Facharzt anrufen. Natürlich ging er nicht ans Telefon (obwohl er, wie ich nachher herausfand, in seinem Büro war)! Nachdem ich dann einigen unterschiedlichen Stellen nach seinem Büro fragte, traf ich auch gleich auf einem der Oberärzte aus der Kinderchirurgie. Ein Belgier! Super nett!
Im Büro angekommen, wurde ich mal gleich abgeschoben, weil der zuständige Facharzt nie Lust auf etwas - und schon gar nicht Studenten - hat. Dafür traf ich auf eine Russin, die aber in Deutschland studiert hat. Sie ist super nett. Sie und die andere Intern (Chirurgie-Assis im 1. Jahr) haben mich gut durch die ersten Tage gebracht. Denn es hat sich von den Oberen leider niemand dafür zuständig gefühlt mich in die Geflogenheiten der Abteilung einzuweihen, was leider ihre Aufgabe gewesen wäre.
Mein Arbeitstag hat in der Regel so 13 Stunden, fängt tatsächlich erst um 6 Uhr an und endet so kurz vor 19 Uhr mit dem "Sign out", die Übergabe.
Morgens, mittags und nachmittags geht man hier auf Visite. Ja genau, sage und schreibe 3 Mal! Meiner Meinung total übertrieben, aber mich fragt man ja nicht. Insbesondere weil morgens um 6 dreiviertel der Patienten noch schlafen. Ich hörte aber auch schon aus der Allgemeinchirurgie, wo ich leider^^ auch noch hinrotieren muss, dass sie Visite morgens um 4:30 machen. Ich dachte ja eigentlich immer, kranke Leute brauchen ausreichenden Nachtschlaf, aber irgendwie scheine ich mich darin geirrt zu haben!
Dann gibt es hier noch eine Besonderheit. Es gibt NPs - die sogenannten Nurse Practitioner. Die NPs sind speziell ausgebildete Pflegekräfte, die den Ärzten Arbeit abnehmen sollen. Naja ich würde das eher als Geldeinsparmethode deklarieren. Sie machen so weit ich das mitbekommen habe, das gleiche wie die Assistenzärzte nur nicht operieren. Sie sind sozusagen ein Leben lang Assistenzarzt!! Den Job würde ich mir nicht freiwillig aussuchen!! Dummerweise gestaltet sich das Verhältnis zwischen Assis und NPs als kompliziert. Die NPs meinen viel mehr zu wissen als die Assis, va denen, die noch in den Kinderschuhen des Assi-Daseins stecken. Da gibt es schon so die ein andere Diskussion, was jetzt gemacht wird und wie.
Außerdem ist die Hierarchie hier viel stärker ausgeprägt. Ich war zwar noch nicht richtig im OP, aber da ist es wohl so, dass erst der Fellow, Facharzt in Spezialisierung, etwas machen darf, dann der Senior, der Assi im letzten Jahr, dann die jüngeren Assis und dann erst der Student. Das heißt leider auch, dass meine Chancen auf mehr als nur die Fäden abzuschneiden sich drastisch gegen 0 entwickelt haben :-(. Ich habe das aber noch nicht erlebt, weil ich noch nicht steril war. Mal schauen... vielleicht werde ich ja noch positiv überrascht.
Und ganz, ganz, ganz viele Abkürzungen... siehe Überschrift. Das heißt übrigens: 1. keine bekannte Medikamentenallergie, 2. Stuhlgang & 3. nüchtern lassen.

Mehr und eine Story über einen OP außerhalb des OPs gibt es das nächste Mal.
Bis dann.
Julia.

PS.: Ich bin ja zurzeit in der Kinderklinik. Dort sah ich ein ganz lustiges Schild an einer Tür: "Staff Lactation Room". :-) Hm...

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