Glücklicherweise war unser Hostelzimmer sehr schön geräumig, es gab tatsächlich ein eigenes Bad (man merkt, dies war für uns Luxus) und eine Küche mit überraschend modernen Geräten. Wir vermuten ja immer noch, dass der Hostelbesitzer eigentlich ein verkappter Schweizer war, der sich nur als Südafrikaner tarnte.
Als erstes wollten wir natürlich etwas von der Stadt sehen und so machten wir uns zu unserem sehr geliebten und ausgiebig genutzten Doppeldeckerbus auf. Dieser führte uns zu den berühmtesten Gebäuden der Stadt, wie zum Beispiel das Rathaus, Mandelas und Tambos ehemalige Anwaltskanzlei und natürlich das Hauptgebäude des African National Congress.
Es wird schnell klar, dass Johannesburg ein Mixtiegel der Kulturen ist, mit Menschen aus aller Herren Länder, die diese Stadt so bunt und einzigartig machen. Dies zeigt sich nicht zuletzt auch in der Namensgebung von Johannesburg: So nennen die Einwohner, je nachdem, welchem Kulturkreis sie angehören, die Stadt Joburg, eGoli oder Jozi.
In Soweto sahen wir Nelson Mandelas und Desmond Tutus Haus und Aline war es noch möglich an einem der kleinen Verkaufsstände dem netten Verkäufer ein paar Mitbringsel für einen niedrigen Preis zu entlocken. Unser Tourguide hatte scheinbar ein kleines Faible für Fotografie, denn bei jeder Sehenswürdigkeit an der wir vorbeifuhren, schoss er mindestens 3 Gruppenfotos von allen mitfahrenden Gästen. Mit besonderem Stolz zeigte er uns das sogenannte Calabash-Stadium.
Weiter ging's zum weltberühmten Apartheidmuseum, welches eine scheinbar unendliche Fülle an Informationsmaterial über diese bewegte Zeit in der Geschichte des Landes bereithielt: So viel Information, dass Jule, Kyra und Aline nach geschlagenen 5 Stunden der Kopf ziemlich schwirrte.
Auf unserer Tour mit dem roten Doppeldeckerbus kamen wir schließlich auch zur Gold Reef City, ein Freizeitpark, der vor 30 Jahren auf einer der tiefsten und größten Goldminen der Welt, der Crown Gold Mine, errichtet wurde. Hier gibt es einen Themenpark, der sich mit der Goldgräberzeit am Witwatersrand beschäftigt. Da an diesem Tag gerade der "Heritage Day" gefeiert wurde, an dem sich die Südafrikaner an ihre Geschichte und Kultur erinnern, bekamen wir noch tolle traditionelle Musik zu hören.
Johannesburg hielt aber noch einiges mehr für uns bereit. Natürlich mussten wir in die berühmte World of Beer (=Welt des Biers), wo wir die Geschichte und Herstellung des Biers bestaunen durften. Und das Wunder geschah: Jule und Aline - normalerweise Nichtbiertrinker- tranken ein gesamtes Bier aus (gut, zugegebenermaßen war es "flavoured", also aromatisiert).
Unseren letzten Abend in Südafrika verbrachten wir im "Sophiatown", ein Restaurant mit Township-Flair. Hier genossen wir noch einmal traditionelles afrikanisches Essen, unseren geliebten Malva-Pudding und einen besonders schmackhaften Cocktail namens Amarula don Pedro, von dem wir uns bei unserem etwas verrückten Kellner sofort das Rezept sicherten. Dieser besagte Kellner war es auch, der uns zu unserem Erstaunen einfach mal mit zwei Südafrikanern zusammensetzte, damit wir uns mit ein paar Einheimischen unterhalten konnten. So endete unser letzter Abend sehr stilecht rundherum südafrikanisch. Der nächste Tag brachte uns einen wehmütigen Abschied von dem Land, das Jule und Aline in den letzten 9 Wochen zur neuen Heimat geworden war und das wir von Herzen liebgewonnen hatten. Am Tambo International Airport dachten wir noch einmal an die wunderschöne Zeit, die wir hier zusammen verbracht hatten, an all die Abenteuer, die großen und kleinen Herausforderungen, die Pracht und die Schattenseiten dieses besonderen Landes und an all die Menschen, die unseren Weg gekreuzt hatten und schworen uns, eines Tages wiederzukommen. Zu den Klängen von "Leaving on a Jetplane" hob unser Flugzeit ab und wir hatten noch einmal einen fantastischen Blick auf Johannesburgs Lichtermeer bei Nacht.
So endete das Abenteuer unseres Lebens mit Abschiedsschmerz und Freude darüber, dass wir Südafrika kennenlernen durften und nun eine Erinnerung für das ganze Leben in unseren Herzen tragen.
Tschüss und Auf Wiedersehen,
Jule und Aline
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