Unsere erste Station waren die Union Buildings. Dies ist der Sitz der südafrikanischen Regierung inklusive des Präsidenten. Diese Gebäude bilden einen Halbkreis mit jeweils einem Hausflügel auf jeder Seite. Diese Symbolik soll die Vereinigung der vormals getrennten Bevölkerungsgruppen darstellen. In Pretoria als auch Johannesburg strotzen die öffentlichen Gebäude und Sehenswürdigkeiten nur so vor Symboliken, hauptsächlich natürlich auf die jüngste Geschichte der Apartheid bezogen.
| Die Union Buildings |
Weiter ging es zu dem Voortrekker
Monument etwas außerhalb der Stadt. Schon von weitem erkennt das geschulte
deutsche Auge, dass dieses Denkmal zu Ehren der Voortrekker, die die Kapkolonie
zwischen 1836 und 1854 verließen um der britischen Herrschaft zu entfliehen,
sehr dem Leipziger Völkerschlachtdenkmal ähnelt. Diese Ähnlichkeit besteht
nicht zufällig. Der Architekt orientierte sich während des Baus an dem
Leipziger Vorbild.
| Das Voortrekker Monument |
Hier lernten wir so einiges über
die Geschichte der Voortrekker (afrikaans für „Vorausziehende“) und des „Great
Trek“ (zu deutsch: der Große Treck). So zum Beispiel, dass Pretoria nicht
zufällig zu seinem Namen kam, sondern nach seinem Gründer und einem der
berühmtesten Voortrekker benannt ist - Andries Pretorius. Von ihm gibt es auch
eine Statue an einer der vier Außenecken des Monuments. Zwei weitere Ecken
werden von Hendrik Potgieter und Piet Retief, zwei Mitstreiter Pretorius‘,
geschmückt.
Wenn man dann die
Heldenhalle, wie das Innere des Monuments genannt wird, betritt, wird man von
den 27 Marmorplatten, auf denen die Geschichte des 18 Jahre lang währenden
Trecks dargestellt ist, in den Bann gezogen - eine Welt voll Aufbruchsstimmung
und Optimismus, aber auch Krieg und Gewalt.
| Eine der 27 Marmorplatten |
In der Mitte der Heldenhalle ist
eine kreisrunde Öffnung, durch die man auf einen Kenotaph (leerer Sarkophag)
mit der Aufschrift „Ons vir jou Suid-Afrika“ (afrikaans für „Wir für dich,
Südafrika“) schauen kann.
Das Monument wird umgeben
von 64 Ochsenkarren in Granit gehämmert. Sie stellen das Wagenlager dar, das
bei der Battel of Blood River (Schlacht bei Blood River - die bekannteste
Schlacht der Voortrekker) gebaut wurde.
Um einen Blick über
Pretoria zu erlangen, kämpften wir uns die vielen, vielen Treppen des Monuments
hoch und wurden dann aber auch belohnt. :-)
Nachdem uns das Taxi
wieder aufgesammelt hat, ging es weiter in die Innenstadt Pretorias zum Paul
Kruger Museum. Dort konnten wir uns davon überzeugen, dass das Leben als
Präsident der Südafrikanischen Republik zur vorletzten Jahrhundertwende gar
nicht so schlecht war.
Weiter ging es mit dem
Church Square, dem historischen Zentrum Pretorias. Dieser Platz wird in seiner
Mitte geschmückt durch Oom Paul, wie Kruger auch auf Afrikaans genannt wird
(Onkel Paul). Hier waren wir tatsächlich die einzigen Weißen weit und breit…
Mit einem kleinen Spaziergang zum
Melrose House ging unsere Stadtbesichtigung langsam zu Ende. Dieses im
viktorianischen Stil gestaltete Herrenhaus wurde am Ende des 19. Jahrhunderts
von einem Transportunternehmer erbaut. Historisch bedeutend wurde es 1902 als
in diesem Haus der Friedensvertrag zwischen Buren und Briten unterzeichnet
wurde. Zudem entzückt es mit alter englischer Einrichtung und zu Jules
absoluter Entzückung mit einem Tennisplatz im Garten (absoluter Neid).
| Das Melrose House |
Von hier aus ging es mit
dem Gautrain wieder zurück zu unserem Hostel. Dies ist das öffentliche
Verkehrsmittel in und um Pretoria und Johannesburg für die etwas gehobene
Klasse der Bevölkerung inkl. europäischer Preise. Es wurde zur
Fußballweltmeisterschaft 2010 gebaut. Der Gautrain bezückt auch heute noch mit
nagelneuen Zügen, die sauberer und leiser sind als in Deutschland. Dies ist
wohl dem massig vorhandenen Sicherheitspersonal und dem Ess- und Trinkverbot
auf dem Bahnsteigen zu verdanken. Der Gautrain ist auf jeden Fall eine sichere
Alternative zum Taxi in Pretoria und Johannesburg.
Am nächsten Tag ging es
dann in die Menlyn Park Mall, dem angeblich größten Einkaufszentrum Afrikas mit
118 253 m².
Hier konnten wir unserem Shoppingdrang mehr als sechs Stunden freien Lauf lassen,
wunderschöne Kleider anprobieren, ein neues Backpack für Jule und die letzten
Mitbringsel kaufen.
Am nächsten Tag war dann
für Steffi der Tag des Abschieds gekommen. Die Arbeit in Deutschland rief. Der
Rest von uns machte sich auf nach Johannesburg.
Dazu nächstes Mal mehr.
Liebe Grüße,
Aline und Jule.
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