Samstag, 28. September 2013

Ab durch die Büffelherde oder verfolgt von einem Nashorn

Nachdem wir mal wieder eine 12-stündige Fahrt mit dem BazBus überlebt hatten, war es soweit: am nächsten Tag sollte unsere Kruger Nationalpark Tour starten.
Dafür mussten wir ziemlich früh aufstehen, weil wir schon um 5:45 Uhr morgens abgeholt wurden. Auf uns wartete nun schon wieder eine 6-stündige Fahrt in Richtung einem der größten Nationalparks Afrikas. Nach der Ankunft in unserem Camp - Schlangen, Geckos und anderes Ungeziefer im Preis mit einbegriffen -, besuchten wir das Moholoholo Rehabilitation Centre, indem verletzte und erkrankte Wildtiere verarztet werden und mit viel Glück nach ihrer Genesung wieder ausgewildert werden. Hier sahen wir nicht nur viele afrikanische Tiere, sondern hatten auch die Chance einen Cheetah zu streicheln oder einen Geier auf unseren Armen landen zu lassen.
Nachdem wir alle wieder im Camp waren und gebraait hatten, verzogen wir uns ganz schnell in unsere Betten, denn wir mussten am nächsten Morgen um 4:30 Uhr aufstehen. Ja  ihr habt richtig gelesen!! Aber was macht man nicht alles, wenn man die Big Five bestaunen will. Also brachen wir am nächsten Morgen um 5:30 Uhr im offenen Jeep auf zum Kruger Nationalpark-Eingang namens Orpen. Der eisige Fahrwind konnte uns nicht daran hindern, noch mal ein kleines Nickerchen auf die einstündige Fahrt zum Orpen-Gate zu machen.
Und dann ging es endlich los!!! Schnell waren auch die ersten Warzenschweine, Kudus, Impalas, Nyalas gesichtet. Und da!! Plötzlich in etwas Ferne auch ein Elefant. Obwohl wir schon viele von den Dickhäutern hier sahen, ist es immer noch etwas Besonderes sie beim Fressen, Schlammbad nehmen oder bei der Körperpflege zu beobachten. 
Dann kamen auch noch ein paar Steppenzebras und Giraffen dazu.
Zwischendurch fielen immer wieder einzelne Personen unserer Reisegruppe ins Land der Träume, weil einfach der Schlafmangel jeden übermannte außer unseren Fahrer natürlich. Als der Jeep langsamer wurde oder anhielt, waren schlagartig alle wieder wach.
Nachdem über Mittag auch wir uns in den Schatten von öffentlichen Braai-Plätzen zurückzogen, ging es um 1 Uhr mittags wieder weiter mit Safari. Zu dieser Tageszeit sahen wir allerdings nicht sehr viel Spektakuläres, weil es einfach bei 40°C mit knallender Sonne auch für Tiere zu heiß ist und sie sich in den Schatten verziehen.
Das Einzige was uns übrig blieb war Hippos im Wasserloch zu beobachten. Sie kamen immer mal wieder an die Wasseroberfläche. Hippos können nicht schwimmen. Unter Wasser laufen sie auf dem Boden der Wasserlöcher. Zum Luftholen stoßen sie sich vom Boden ab und mühen sich mit ein wenig Hundepaddeln an die Wasseroberfläche. Deshalb tragen Hippo-Mütter auch schon mal ihre Hippo-Babys auf ihrem Rücken. Diese Tiere sind übrigens Todesursache Nummer 1 bei Tier-gegen-Mensch-Unfällen/Attacken. Wenn Mensch zwischen Hippo und Wasser kommt und das Hippo den Weg zum Wasser sucht, rennt es auch schon mal Menschen um - oder auch zu Tode - oder tötet es mit seinen Zähnen.  
Am Abend ging es zum Nightdrive, auf dem wir mitten in eine Herde Büffel und eine Nashorn-Familie gerieten. Das passte zumindest den Nashörnern nicht unbedingt sehr gut, deshalb schauten sie ein wenig angesäuert drein. Aber mit ein paar Ranger-Tricks überstanden wir auch diese Situation heil.
Am nächsten Tag wartete eine 12-stündige Safari auf uns. Eigentlich nicht so geplant, musste unsere Safari auf 12 Stunden ausgedehnt werden, weil wir immer noch keine Löwen und Leoparden gesehen haben. Aber dann plötzlich: ein ganzer Haufen Menschen starrte bereits auf einen Punkt in der Ferne. Es wurde für uns erst nach einigen Minuten Mitstarren ersichtlich, dass die Punkte in der Ferne Löwen sein sollten. Ein Glück, dass die Löwen sich dann mal dachten hinter unserem Jeep über die Fahrbahn laufen zu müssen. So bekamen wir einen einmaligen Blick auf diese Tiere.
Danach machten wir uns auf die verzweifelte Suche nach einem Leoparden, aber es wollte und wollte einfach keiner auftauchen. Also ging es unverrichteter Dinge wieder ins Camp zum Abschluss-Braai. Nun wurde auch ein 40 x 30 cm Stück Beef sowie eine nicht enden wollende Boerewors (Afrikaans für „Bauernwurst“) auf den Braai gehauen.  Mit ein wenig Salat ergab dies eine tolles Abendbrot.
Obwohl wir am nächsten Morgen nicht in den Nationalpark wollten, mussten wir nichtsdestotrotz um 5 Uhr aufstehen. Wir wollten auf unserer Rückreise nach Pretoria noch an den Echo Caves und dem Blyde River Canyon vorbeischauen.
Die Echo Caves, Tropfsteinhöhlen nahe des Kruger Nationalparks, sind ca. 17 km lang und bestehen aus drei „Räumen“. Der erste Raum ist „Madonna“, während die eigentlich „Echo Cave“ erst der zweite Raum ist. Den Abschluss bildet „Samson“. In diesen Höhlen versteckten sich früher die Pedi, als sie ihren Krieg gegen die Swazi führten. Auch hier gab es wieder besonders beeindruckende Figuren aus Tropfstein. So konnte man zum Beispiel ein Krokodil und einen überkopf-hängenden Strauß beobachten.
Der Blyde River Canyon war unsere nächste Station. Dies ist der dritt größte Canyon der Welt. Es liegt in den nördlichen Ausläufern des Drakensberge. Hier kann man die drei „Rondevels“ betrachten. Die „Rondevels“  sind Felsformationen, die wie afrikanische Rundhütten aussehen.
Danach ging es dann aber endgültig zurück nach Pretoria. Es wurden wieder 6 Stunden Autofahrt. Auch hier machten wir wieder zahlreiche Nickerchen um den Schlafmangel der letzten Tage auszugleichen.
Nun lagen nur noch eine Woche und zwei Stationen, nämlich Pretoria und Johannesburg vor uns. Dazu aber nächstes Mal mehr.

Liebe Grüße,
Aline und Jule.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen