Freitag, 20. September 2013

Port Elizabeth - unsere erste Safari und die Suche nach der perfekten Welle

Das Ende der sogenannten Garden Route war erreicht - Port Elizabeth -  wo wir die nächsten drei Tage verbrachten. Wir waren im Eastern Cape angekommen. Hier merkte man sofort, dass wir in einer der ärmsten Regionen Südafrikas waren.
Unseren ersten Tag dort verbrachten wir hauptsächlich mit Stadt anschauen. Auf unserer eigenen kleinen Erkundungstour durch die nähere Umgebung des Hostels fanden wir auch gleich die schon von unserem Hostel-Mitarbeiter empfohlene „Dresden Bakery“. Diese Bäckerei wurde irgendwann in den 1990ern von einem deutschen Ehepaar gegründet und bis zu ihrem Ruhestand geführt. Leider wurde sie danach von einem südafrikanischen Ehepaar übernommen, das auch das Sortiment ein wenig umgestellt hat. Deshalb konnten wir auch hier kein schönes deutsches Schwarzbrot kaufen, welches wir alle schon schmerzlich vermissen. Stattdessen genossen wir hier einen riesigen englischen Pie zum Mittagessen.
Wieder gestärkt begaben wir uns nun auch auf eine Stadtführung. Das war ein besonders tolles Erlebnis, da wir von unserem Guide eine Privatführung per Auto bekamen. Das heißt wir wurden etwa drei Stunden lang durch P.E. kutschiert und konnten das Programm der Führung individuell bestimmen. So bekamen wir einen besonders guten Einblick in die für Europäer gefühlte kurze Geschichte der Stadt. Nebenbei sind wir zum ersten Mal durch einen Township gefahren.
Unser zweiter Tag in P.E. hielt die erste Safari für uns bereit. Wir hatten eine kombinierte Tour durch den Addo Elephant Park und dem Schotia Game Reserve gebucht. Addo wurde in den 1990ern gegründet als die dortige Region nur noch wenige Elefanten beheimatete. Um die Elefantenpopulation wieder zu vergrößern, gründeten einige Naturschützer diesen Park mit anfangs 11 Elefanten. Zunächst wurden diese Elefanten auch von Hand gefüttert. Später als die Population wuchs, stoppte man dies und überlies den Elefanten wieder selbst die Futtersuche. Heutzutage beheimatet der Park 650 Elefanten und noch sehr viele weitere afrikanischen Tiere. 

Nach ein wenig Fahrt in diesem Park und ein paar Warzenschweinen, Antilopen - wir entschuldigen uns bei allen für diese absolut unspezifische Ausdrucksweise, aber uns wollen die richtigen Namen der Antilopen einfach nicht mehr einfallen -, Reihern, Zebras usw. war es endlich soweit. Eine ganze Elefantenherde  von etwa 12 oder 13 Tieren versperrte uns „leider“ den Weg für die Weiterfahrt ;-). Beim Heranfahren offenbarte sich uns dann auch das komplette Ausmaß dieser Herde. Etwa 30 weitere Tiere standen noch im Busch seitlich von der Straße. Davon waren ungefähr 15 Jungtiere. Die Kleinsten waren natürlich besonders süß. Die Elefanten kamen bis auf wenige Meter sogar an unsern Minibus heran, sodass man sie in voller Pracht bewundern konnte. Nachdem wir der Herde dann ca. eine Stunde beobachteten hatten, mussten wir uns leider den Weg für die Weiterfahrt „freikämpfen“ - es ist schon ein besonderes Erlebnis durch eine Herde von Elefanten zu fahren.   
Nach dem Mittagessen ging es weiter in das Schotia Nature Reserve. Dieses privat geführte Naturreservat liegt direkt neben dem Addo und beherbergt noch viele weitere Tiere, die im Addo nicht angesiedelt sind. So konnten wir hier neben vielen Antilopen, Warzenschweinen auch drei weitere Tiere der Big Five (Elefant, Löwe, Büffel, Leopard und Nashorn) nämlich Büffel, Löwe und Nashorn sehen.
Zunächst sahen wir nur den männlichen Löwen, der es sich in kuscheligen 5 m Nähe zu unserem Jeep gemütlich machte und immer mal wieder nach seinen beiden Ladys brüllte. Da die Löwinnen, die sich in einigen 100 m Entfernung aufhielten, antworteten, konnten wir nicht nur einem Brüllkonzert beiwohnen, sondern im Anschluss auch zu den Löwinnen fahren. Eines dieser Tiere wagte sich sogar bis auf 2,5 m an unseren Jeep heran. Unser Ranger forderte uns zwischen den restlichen Erklärungen nun sachte darauf auf, keine schnellen Bewegungen mehr zu machen. Außerdem erfuhren wir, dass die Löwinnen für die Futterjagd verantwortlich sind, aber der Löwe zuerst essen darf. A propos Essen, ein Löwe muss jede Woche zwei Drittel seines Körpergewichts in Sachen Fleisch zu sich nehmen, was bei 260 kg ganz schön viel ist (Vergleich: ein Impala - Antilopenart mittlerer Größe - wiegt 80 kg).
Nachdem sich die Löwinnen dann verzogen, ging die Fahrt weiter. Auf unserem Weg zu den Nashörnern bestaunten wir Büffel und Giraffen. Auch hier konnten wir wieder süße Babys bewundern. Die beiden Nashörner, die in Schotia leben, fielen leider drei Monate vor unserm Besuch Wilderern zum Opfer und mussten ihre Hörner lassen. Glücklicherweise schnitten die Wilderer nicht die gesamte Nasenplatte ab, sodass die Tiere mit viel Pflege und 20 verschiedenen Antibiotika (!!) eine reelle Überlebenschance hatten. Besonders traurig an der Sache ist, dass das Weibchen dadurch eine Fehlgeburt erlitten hat L.
Am Abend der Safari bekochten uns die Ranger mit einem opulenten Mahl. Es gab sogar Malva Pudding, unser neues Lieblingsdessert. Im Anschluss ging es auf zum Nightdrive (Nacht-Safari), bei der wir nochmal so einige Tiere bestaunen durften.
Am nächsten Tag wollten wir uns dann mal endlich wieder ein wenig sportlich betätigen. Eine Surfstunde bei Wayne, unserem netten und verdammt gut aussehenden Surflehrer, im Indischen Ozean stand an. Hier lernten wir zunächst theoretisch die Grundlagen des Wellenreitens und konnten sie dann auch mehr oder weniger gut in die Praxis umsetzen. Was wir alle mitgenommen haben, war das unbeschreiblich tolle Gefühl auf einer „Welle zu reiten“.
Am Abend schauten wir uns noch das große Einkaufs- bzw. Vergnügungszentrum „The Boardwalk“ an der Promenade von P.E. an. Hier gingen wir auch gleich nochmal ins Kino und schauten „The Heat“, weil es im Vergleich zu Deutschland spottbillig ist.
Damit war auch unsere Zeit in P.E. zu ende. Die nächste Station war Durban. Der Weg nach Durban war allerdings ca. 1000 km lang, was hieß, dass wir einen Tag lang im Bus auf der Autobahn bzw. auf irgendwelchen Schotterpisten unterwegs waren. Dazu nächstes Mal mehr.

Liebe Grüße,
Aline und Jule.

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