In Südafrika
tragen die Ärzte in der Regel Privatkleidung und zu meist auch eine
kleine Handtasche, sodass man sie zum Teil nur schwer von den Patienten
unterscheiden kann. Dazu tragen sie natürlich keine Namensschilder. So
hat Aline z.B. einen Arzt auf Grund seines abgewrackten Aussehens fast
mit dem Hausmeister verwechselt :-D.
Nur wenige von den Ärzten haben ihre
Untersuchungsmaterialien in die Taschen ihrer Kleidung gestopft, wie
das in Deutschland normal ist. Stattdessen tragen sie eine kleine
Umhängetasche, in der man alles findet, was das Medizinerherz begehrt:
- Stethoskop: braucht jeder Mediziner um im Notfall nochmal sein eigenes Herz abhören zu können ;-)
- Pupillenleuchte: um im Notfall den Patienten blenden zu können ;-)
- Schutzbrille:
ja hier in Südafrika mit einer etwas erhöhten HIV-Häufigkeit nicht ganz
sinnlos bei (spritzend-)blutenden Wunden um einen sog. Mucosal Splash
(Spritzen von Blut auf die Bindehaut) zu verhindern
- Stauschlauch: ja auch hier gehört das Blutabnehmen und Legen von Flexülen zu den Aufgaben der Studenten
- Handdesinfektion: um europäische Handhygienestandards aufrecht zu erhalten ganz nützlich
- Wunddesinfektion: falls es doch passieren sollte, dass man sich an irgendetwas nicht Sterilem verletzt
- spezielle Tuberkulose-Maske: um der seuchenhaft auftretenden multiresistenten Tuberkulose hier zu entgehen
- Kuli
- Notizbuch: für das Teaching
- Notfallparfüm:
ja ihr habt richtig gelesen!! Falls mal wieder ein multipel blutender
Patient hereinkommt und die angenehm riechende Trauma-Notaufnahme-Luft
mit dem ekeligen Geruch seines Bluts verpestet, kann man sich dies immer
mal wieder unter die Nase reiben (lassen, falls man gerade steril
behandschuht ist).
- Handy
- 20 Rand: für die Coke zwischendurch
- Oxford
Handbook of Clinical Medicine (Oxford Handbuch für klinische Medizin):
um das Warten auf Allesmögliche, aber meistens den Arzt, zu verkürzen.
- Schere:
dies stellt eine Rarität in südafrikanischen Krankenhäusern da. Mit
einer Schere im richtigen Moment ist man der Star der Notaufnahme.
Aline
ist inzwischen zu dieser südafrikanischen Mode mit Handtasche
übergegangen. Jule ist ganz deutsch beim Vollstopfen der 5 Taschen ihrer
Scrubs (typische Bekleidung des Arztes bestehend aus Kasack und Hose
unter dem hier nicht vorhandenen weißen Kittel) geblieben.
Übrigens
schottische Forscher fanden gerade heraus, dass der
Assistenzarzt-Kittel/Scrubs mit Inhalt etwa 1,7 kg schwer ist. Bei
Stationsärzten sind es 1,2 kg, Oberärzte 500 g und bei Chefärzten nur
noch das reine Eigengewicht des Kittels. ;-)
Es grüßen euch die Beiden vom anderen Ende der Welt.
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