Samstag, 24. August 2013

Auf den Spuren der Geschichte

Nachdem letzte Woche Freitag unsere Tour nach Robben Island, der Gefängnisinsel, auf der Nelson Mandela 18 der 27 Jahre Gefängnis verbrachte, gecancelt wurde wegen schlechten Wetters, starteten wir am Sonntag einen weiteren Versuch.
Bei strahlendem Sonnenschein ging es am Nelson Mandela Gate to Robben Island/V&A Waterfront mit der Fähre los. Nach einer halben Stunde Fahrt kamen wir an und wurden gleich in Busse verladen, mit denen wir die etwa 4x2 km große Insel zum Teil besichtigen sollten. Zunächst wurde uns die kleine Kolonie, in der heutzutage die Museumsmitarbeiter mit ihren Familien wohnen, gezeigt. Für die 12 Kinder der Insel gab es sogar bis 2011 eine Grundschule auf der Insel, die aber dann geschlossen werden musste. Früher war diese Kolonie eine Lepra-Kolonie.
Weiter ging es dann zu einem Aussichtspunkt, an dem man einen wundervollen Blick auf Kapstadt und seine Berge hat. Zum Schluss der Inseltour konnten wir noch einen Blick auf den Steinbruch werfen, in dem Mandela und die anderen politischen Gefangenen mindestens 5 Tage wöchentlich Zwangsarbeit verrichten mussten.
Als nächstes stand dann die Tour durch das Hochsicherheitsgefängnis mit einem ehemaligen Häftling als Tourguide an. Neben diesem Hochsicherheitsgefängnis gab es noch 2 weitere Gefängnisse auf der Insel. Im Gefängnis gab es sowohl Gemeinschaftszellen als auch Isolationszellen. Nelson Mandelas Zelle im Block B war natürlich der Höhepunkt der Tour. Vorher wurden wir jedoch von dem ehemaligen Gefangenen mit Informationen über die Zeit im Gefängnis überschüttet, der leider aufgrund eines starken Afrikaans-Akzent etwas schwer zu verstehen war. An Mandelas Zelle angekommen hatte man dann aufgrund des großen Andrangs nur wenige Sekunden Zeit einen Blick hineinzuwerfen und ein Foto zu schießen. Genau in diesem Moment streikte natürlich Alines Kamera, aber glücklicherweise hatte eine Freundin noch ihren Fotoapparat mit, sodass uns das „kostbare Bild des Gefängnisses von Mr. Nelson Rohlilahla Mandela“ (Zitat unseres Guides) nicht durch die Lappen ging. Zurück ging es von Robben Island wieder mit der Fähre, von der wir einen fantastischen Blick auf das Festland genießen durften.
Am nächsten Tag sollten unsere bergsteigerischen Fähigkeiten auf die Probe gestellt werden. Nachdem Aline Jule überredete mit ihr den berühmten Lion’s Head zu besteigen, ging es auch schon los. Zunächst gestaltete sich der Aufstieg recht leicht und man hatte einen wunderbaren Ausblick auf Kapstadt und seine Strände, aber nach halber Höhe wurde der Weg dann so schwierig, dass selbst Aline ihre Kamera wegstecken musste und Jule schon in Erinnerung an ihren letzten Aufstieg (Table Mountain) Böses schwante. Die Kletterpartie gestaltete sich dann auch sehr waghalsig. Nun hieß es auf schmalen Felsvorsprüngen balancieren, den Abgrund neben sich und sich an wenig vertrauenswürdigen Ketten, Steinen und Wurzeln hochzuziehen. Alle Strapazen waren jedoch vergessen als wir die Aussichtsplattform erreichten. Der Abstieg war dann auch leichter als gedacht und wir machten uns auf nach Bloubergstrand, wo wir einen fantastischen Sonnenuntergang genossen.


Liebe Grüße,
Aline und Jule.

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