Nachdem letzte Woche Freitag unsere Tour nach Robben Island, der
Gefängnisinsel, auf der Nelson Mandela 18 der 27 Jahre Gefängnis
verbrachte, gecancelt wurde wegen schlechten Wetters, starteten wir am
Sonntag einen weiteren Versuch.

Bei strahlendem Sonnenschein ging es am
Nelson Mandela Gate to Robben Island/V&A Waterfront mit der Fähre
los. Nach einer halben Stunde Fahrt kamen wir an und wurden gleich in
Busse verladen, mit denen wir die etwa 4x2 km große Insel zum Teil
besichtigen sollten. Zunächst wurde uns die kleine Kolonie, in der
heutzutage die Museumsmitarbeiter mit ihren Familien wohnen, gezeigt.
Für die 12 Kinder der Insel gab es sogar bis 2011 eine Grundschule auf
der Insel, die aber dann geschlossen werden musste. Früher war diese
Kolonie eine Lepra-Kolonie.
Weiter ging es dann zu einem
Aussichtspunkt, an dem man einen wundervollen Blick auf Kapstadt und
seine Berge hat. Zum Schluss der Inseltour konnten wir noch einen Blick
auf den Steinbruch werfen, in dem Mandela und die anderen politischen
Gefangenen mindestens 5 Tage wöchentlich Zwangsarbeit verrichten
mussten.
Als nächstes stand dann die Tour durch das
Hochsicherheitsgefängnis mit einem ehemaligen Häftling als Tourguide an.
Neben diesem Hochsicherheitsgefängnis gab es noch 2 weitere Gefängnisse
auf der Insel. Im Gefängnis gab es sowohl Gemeinschaftszellen als auch
Isolationszellen. Nelson Mandelas Zelle im Block B war natürlich der
Höhepunkt der Tour. Vorher wurden wir jedoch von dem ehemaligen
Gefangenen mit Informationen über die Zeit im Gefängnis überschüttet,
der leider aufgrund eines starken Afrikaans-Akzent etwas schwer zu
verstehen war. An Mandelas Zelle angekommen hatte man dann aufgrund des
großen Andrangs nur wenige Sekunden Zeit einen Blick hineinzuwerfen und
ein Foto zu schießen. Genau in diesem Moment streikte natürlich Alines
Kamera, aber glücklicherweise hatte eine Freundin noch ihren Fotoapparat
mit, sodass uns das „kostbare Bild des Gefängnisses von Mr. Nelson
Rohlilahla Mandela“ (Zitat unseres Guides) nicht durch die Lappen ging.
Zurück ging es von Robben Island wieder mit der Fähre, von der wir einen
fantastischen Blick auf das Festland genießen durften.

Am
nächsten Tag sollten unsere bergsteigerischen Fähigkeiten auf die Probe
gestellt werden. Nachdem Aline Jule überredete mit ihr den berühmten
Lion’s Head zu besteigen, ging es auch schon los. Zunächst gestaltete
sich der Aufstieg recht leicht und man hatte einen wunderbaren Ausblick
auf Kapstadt und seine Strände, aber nach halber Höhe wurde der Weg dann
so schwierig, dass selbst Aline ihre Kamera wegstecken musste und Jule
schon in Erinnerung an ihren letzten Aufstieg (Table Mountain) Böses
schwante. Die Kletterpartie gestaltete sich dann auch sehr waghalsig.
Nun hieß es auf schmalen Felsvorsprüngen balancieren, den Abgrund neben
sich und sich an wenig vertrauenswürdigen Ketten, Steinen und Wurzeln
hochzuziehen. Alle Strapazen waren jedoch vergessen als wir die
Aussichtsplattform erreichten. Der Abstieg war dann auch leichter als
gedacht und wir machten uns auf nach Bloubergstrand, wo wir einen
fantastischen Sonnenuntergang genossen.
Liebe Grüße,
Aline und Jule.
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