Mittwoch, 28. Januar 2015

Blizzard Juno

Juno sollte ein historischer Blizzard werden. Ich stellte mich schon auf das schlimmste ein (ohne aber Hamsterkäufe zu tätigen, wie alle um mich herum). Aber...
... dann war da gar kein Juno. Also zumindest meiner Meinung nach. Ja, natürlich es schneit nun schon ununterbrochen seit mehr als 48 Stunden und es türmen sich inzwischen meterhohe Schneeberge auf, aber der Sturm, der per definitionem einen Blizzard ausmacht, hat irgendwie gefehlt. Es war zwar ein wenig windiger, aber nicht so, dass sich hier die Bäume biegen würden.
Dennoch konnte ich hautnah mitverfolgen, was so ein angesagter Blizzard auslösen kann. Da werden schon mal im OP die Krankenhausrichtlinien hinsichtlich außergewöhnlicher Wetterlagen - krass, dass es so etwas überhaupt gibt - verlesen. So habe ich gelernt, dass Mitarbeiter, die im Krankenhaus auf Grund des Wetters "gefangen" sind, voll weiter bezahlt werden. Ebenso Mitarbeiter, die eigentlich mit öffentlichen Verkehrsmittel zur Arbeit kommen, die aber natürlich bei Blizzardwarnung nicht fahren, werden bezahlt. Am coolsten fand ich die Regelung, dass im Notfall Ärzte per Polizeieskorte ins Krankenhaus gebracht werden. Nur bekommen sie leider keine Eskorte zurück nach Hause.  :(
Das allgemeine Leben liegt brach in solchen Wettersituationen. Auf der Autobahn vor meinem Fenster ist absolut nichts los. Das ist auch kein Wunder, denn über Rhode Island sowie beispielsweise auch New Jersey wurde eine Reiseverbot verhängt.  Das Krankenhaus ist wie ausgestorben. Man hört nur vereinzelt die Sirenen von Krankenwagen. Am Montagnachmittag wurde allen Patienten für die Sprechstunde abgesagt. Genauso wie alle elektiven OPs für Dienstag und Mittwochvormittag gecancelt wurden. Auch die Brown Universität hat allen Mitarbeitern und Studenten frei gegeben. So bin ich heute zu einem super gechillten Tag gekommen.
Die Temperaturen sind mit Juno auch ein wenig gefallen. Tagsüber haben wir so -7° C und nachts -14° C.
Was aber überraschenderweise nicht funktioniert ist der Schneeräumdienst. Das musste ich leider schon vor ein paar Tagen am eigenen Leibe erfahren. Ich war auf meinem Weg zum Gerry House auf einer der dem Krankenhaus angrenzenden Straßen. Es war so etwas von nicht geräumt und gefährlich, dass ich mich fast auf die Nase gelegt hätte. Im Kopf hatte ich schon überlegt, wer denn von den Traumatologen Dienst hat. Dabei kann sich die Trauma eigentlich nicht beschweren, dass sie zu wenige Patienten hat. ;P

Morgen geht es leider wieder weiter mit Arbeiten und frühen Aufstehen :(.
Bis denne!
Julia. 

PS: Übrigens gab es sogar schon am Sonntag kein einziges Brot mehr zu kaufen! Noch nicht mal das labberige Amerikanische, das den Namen "Brot" eigentlich gar nicht verdient.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen