Montag, 8. Juni 2015

"Schneller, Höher, Weiter!!" vs. "Dabei sein ist alles!!"

Zwei Mottos, die jeder mit Olympia verbindet. Aber nur eines davon ist das wahre Olympia-Motto. Das andere ist mehr eine Fehlinterpretation als alles andere! Kommt mit auf eine Reise durch die Olympia-Welt.
Lausanne beheimatete den Hauptsitz der olympischen Bewegung von 1915 bis 1922. 1922 zog das IOC in das nahegelegene Vidy, am Ufer des Genfer Sees. Einzigartig an der Beheimatung des IOCs ist, dass es in so einem kleinen Ort ansässig ist, aber Pierre de Coubertin, der Wiederbegründer der neuzeitlichen olympischen Spiele, sagte dazu, dass "der Olympismus in der unabhängigen und stolzen Atomosphäre, die man hier atmet, die Sicherheit der Freiheit findet, die er für seine Entwicklung braucht". Coubertin suchte für sein Baby ein neutrales Land. Die Schweiz entsprach da dann wohl seinen humanistischen Vorstellungen.

Olympisches Feuer
1993 wurde in Lausanne das Olympische Museum eröffnet, welches Einblicke in die antiken und modernen olympische Spiele gewährt. 1894 wurden Olympia von Pierre de Coubertin wiederbelebt. Die ersten neuzeitlichen Spiele fanden in der Olympias Heimat Athen statt. Nun aber schon 10 Tage lang. Ursprünglich in der Antike dauerten die Spiele nur 5 Tage und begannen um den 2. Vollmond nach der Sommersonnenwende. Der Zeitpunkt der Spiele kommt heute wieder so ungefähr hin nachdem sie auch schon mal im April ausgetregen wurden.
Was ebenso ähnlich ist, dass im antiken Griechenland die Athleten und Schiedsrichtern schworen sich fair zu verhalten. Heute wird von jedem Olympiateilnehmer eine individuelle Vereinbarung unterzeichnet. Dazu wird bei der Eröffnungsfeier von jeweils einem Sportler, Trainer und Schiedsrichter im Namen von allen ein Eid geleistet.

In der Ausstellung kann man sich die Technik von den Stadien in diverschen Schaumodellen anschauen. Auch alle Olympisches-Feuer-Fackeln und die Entwicklung der Technik dahinter kann man bewundern.
Zudem konnte man viele der Olympia-Maskottchen bewundern.

Miga, Gliz und Co.
Allerdings muss ich ja sagen, dass mir Waldi von den Olympischen Spielen in München von 1972 immer noch am liebsten gefallen hat!

Aber weg von den Kuscheltieren zu der Olympische Emanzipation:
1896 hatte noch keine einzige Frau an den Spielen teil genommen. In Paris 1900 waren es schon 22, die in Tennis und Golf antreten durften. Unter anderem war 1900 Charlotte Cooper aus Großbritannien dabei. Sie war die erste Frau die olympisches Gold holte. Und dann auch gleich in meiner Lieblingssportart dem Tennis. Leider nahm die Zahl der Frauen danach wieder ab. Erst 2012 hatten endlich alle Nationalen Olymp. Kommitees geschafft Frauen zu nominieren.

Seit 1924 gibt es schon ein olympische Motto: Citius, altius, fortius! (zu dt.: schneller, höher, weiter) Aber nicht Pierre de Coubertin entwickelte es, sondern einer seiner Freunde anlässlich eines Schulsportfest. Offiziell wurde es aber erst 1924 in Paris zum Motto erkoren.
"Dabei sein ist alles!" dagegen war nie offiziell und wird es auch nie werden, denn wie der aufmerksame Leser sicher schon gemerkt hat, steht es im totalen Kontrast zum eigentlichen Motto. "Schneller, höher, weiter!" zeugt von Siegeswillen, "Dabei sein ist alles" dagegen stellt nur das Ereignis selbst in den Mittelpunkt. Diese Aussage wurde wie so oft aus dem eigentlichen Kontext gerissen. De Coubertin sagte eigentlich: "Das Wichtige an den Olympischen Spielen ist nicht zu siegen, sondern daran teilzunehmen; ebenso wie es im Leben unerläßlich ist nicht zu besiegen, sondern sein Bestes zu geben." Damit zitierte er Bischof Ethelbert Talbot. 

Funny Facts zu Olympia

- 1932, Los Angeles: Security war die berittene Polizei. Sie waren als Cowboys verkleidet.
- 1954, Helsinki: Die Zimmer im Olympiadorf wurden extra mit Verdunkelungsvorhängen ausgestattet, sodass die Sportler nicht durch die kurzen finnischen Sommernächte gestört wurden.
- 2002, Salt Lake City: Die Schweiz hatte sich für ihre Sportler mal wieder etwas besonderes einfallen lassen - den Konzentrationsmantel! Der Mantel sollte einen Kokon -Effekt erzeugen. Er hat das Ziel leider komplett verfehlt. Die Spieler wollten ihn nicht!

der Konzentrationsmantel

Genauso wie das Internationale Rote Kreuz Museum in Genf ist es ein sehr empfehlenswertes Museum. Man ist hautnah an den schönsten Momenten der olympischen Spielen und der Sportler teil. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Gefühlen der Sportler. Nebenbei erfährt man viele Hintergründe über die Spiele. Es hat sogar ein wenig Lust bei mir geweckt vielleicht einmal als Volunteer dabei zu sein. Eventuell beim medizinischen Dienst... naja wer weiß?

Ein Tag lang das Gefühl einer Olymponike gehabt !! :)
Damit war meine Stippvisite in der französischsprachige Schweiz auch schon wieder vorbei und die Reise ging weiter zur Expo.

Au revoir!
Julia.

PS: Übrigens wusstet ihr, dass seit 2013 ein Deutscher nämlich Thomas Bach aus Würzburg IOC President ist und dass Jacques Rogge, sein Vorgänger, einer meiner Kollegen ist? Rogge war vor seinem IOC-Einsatz Orthopädischer Chirurg.

"The important thing in life is not the triumph, 
but the fight; the essential thing is not to have won, 
but to have fought well."
Pierre de Coubertin

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