Gleich nachdem ich aus dem Familienurlaub wieder gekommen bin, begann ich meinen nächsten Trip zu planen. Ist schon schön so ein Lotterleben mit ganz viel Reisen zu führen...
Am Sonntag sollte es gutes Wetter werden und ich hatte keine Bereitschaft. Perfekte Bedingungen um einen kleinen Ausflug nach Luzern zu machen.
Was ich ja hasse am Sightseeing ist, dass man so früh aufstehen muss um überhaupt etwas vom Tag zu haben. Also quälte - ja ich habe es wirklich schwer ;P - ich mich mal wieder kurz vor 7 aus dem Bett, packte mein vorher präpariertes Frühstück ein und machte mich auf zum Bahnhof. Die Schweizer Bundesbahn (SBB) gewährt mir sogar schon desöfteren Rabatt, weil ich so oft mit ihr gefahren bin.
In Luzern empfing mich strahlender Sonnenschein und blauer Himmel.
Durch Zufall erfuhr ich, dass gerade an diesem Tag ein kostenloses Konzert am Nationalquai stattfinden sollte. Die Freetime Big Band spielte ein Muttertagskonzert.
Im Anschluss machte ich mich auf zur großen Stadtbesichtigung. Gleich am Bahnhof ging es los mit dem KKL - oder auch Kulur- und Kongresszentrum Luzern. Ein futuristischer Bau, der als Kunst durchgehen soll. Aber seht selbst:
Der Architekt wollte zu erst das ganze auf dem Luzerner See bauen, aber da hat die Stadt glücklicherweise nicht mitgespielt. Also wollte er das Dach soweit ausziehen, dass es über dem See hängt. Hat nicht so ganz geklappt. Dafür sind aber die Reparaturkosten an diesem Dach, die durch die Steuern des armen schweizer Bürgers ;) getragen werden, jedes Frühjahr exorbitant hoch. Ein weiteres kleines Detail aus Absurdistan: Der Architekt hat vor diesem Ungetüm ein Wasserbecken einbauen lassen (leider auf dem Bild nicht mehr mit drauf), dass unterirdisch durch das KKL fließt. Nur leider bekommt der Besucher davon gar nichts mit, da es ja unterirdisch ist.... Ein wahres Meisterwerk, würde ich sagen!
Gleich daneben das meist fotografierte Denkmal der Schweiz - die Kapellbrücke. Zudem ist sie noch die älteste Holzbrücke in Europa. Sie wurde 1333 erbaut. Zumindest das Fundament ist noch aus dieser Zeit. Der Rest ist des Öfteren mal abgebrannt und deshalb neuer.
Es ging weiter mit der Jesuitenkirche. Schweizer gehen nicht mehr oft in die Kirche - hat mich echt verwundert - aber in dieser Kirche scheint es anders zu sein. Die Jesuitenkirche muss jeden Sonntag sage und schreibe 4-5 Messen abhalten um allen Schäfchen einen Platz anbieten zu können.
Vor der Kirche kann man die Reuss beobachten. Der Fluss fließt vom See aus in Richtung Norden zur Aare. Da gerade Gletscherschmelze ist, hat dieser Fluss eine gewaltige mitreißende Ströhmung.
Von der Museggmauer, die einen Teil der ehemaligen Stadtbefestigung bildete, kann man ein wunderschönes Panorama genießen.
Allerdings kann ich die Begierde der Touristen einen Blick auf das Löwendenkmal Luzerns zu erhaschen nicht ganz nach vollziehen. Ein in Stein gemeißelter Löwe ist jetzt nicht unbedingt "das" Highlight.
Den Nachmittag verbrachte ich auf dem Vierwaldstätter See, wie der Luzerner See auch genannt wird. Sein Name kommt von den vier angrenzenden Waldstätten: den Kantonen Luzern, Uri, Unterwalden und Schwyz. Die Waldstätte ist der Urname der Schweiz. Bis ins 15. Jhd. bezog sich dieser Name nur auf die drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden. Luzern war der nächste Kanton, der in die Confederation Helvetica mit einstieg. Deswegen wird auch der Luzerner Kanton zur Waldstätte dazu gezählt.
Mit fünf Sonnencreme-Schichten mehr auf meiner Haut machte ich mich am Abend wieder auf den Heimweg.
Basel is next!
Adios!
Julia
PS: Übrigens gibt es in der Schweiz ein Gesetz, dass jedes Dorf/Häuseransiedlung durch öffentliche Verkehrsmittel gut erreichbar sein muss. Kein Wunder, dass das hier ein Traum für jeden ÖPNV-Benutzer ist.
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